Die Fifa, die Freiheit und die Kirche


Hallo allemiteinander.

Heute geht es um drei aktuelle Themen, zu denen ich kurz meine Meinung loswerden muss. Im Prinzip drei Seiten Text. Ihr seid aufgefordert, danach mitzudiskutieren!

Gestern wurden die Fußball Weltmeisterschaften verkauft – ähh – vergeben.
2018 nach Russland, 2022 nach Katar. Im Vorfeld war viel über zwei Dinge gesprochen worden: Über den Korruptionsskandal bei der Fifa und über die Favoriten Spanien, England und USA.
Nun sind diese drei Länder gut funktionierende Demokratien, in denen weder der Staat, noch einzelne große Firmenkonglomerate bei der Unterstützung der Bewerbung in Erscheinung getreten waren. Insofern habe ich persönlich mich schon im Vorfeld gewundert, wie man auf diese Idee kommen kann, dass dies die Favoriten seien.
Denn was haben Katar und Russland gemeinsam? Richtig. Überbordende fossile Brennstoffreserven, dadurch viele marodierende Petrodollars (mein alter Sozialkundelehrer würde sich freuen ;-)) und vor allem auch den Willen und die Mittel, diese Dollars an den Mann zu bringen (bzw. den Funktionär).
Wer war also in Wahrheit Favorit? Es ist aber schon erschreckend zu sehen, wie wenig Rücksicht auf den Sport da von den Sportfunktionären genommen wird. Ich meine, bei 41° Durchschnittstemperatur in Katar (bis dahin wahrscheinlich noch etwas mehr…) soll da Fußball gespielt werden? Sind die meschugge?
Gut, Katar verspricht klimatisierte Stadien. Aber sollte man nicht auch das tunlichst vermeiden, heutzutage? Diese WM wird keinen CO2-Footprint haben, das ist ein ganzer Elefantenfuß, der da auf das Weltklima herniederrauscht! Das hat mit „going green!“ ja mal gar nichts zu tun.
Und in Russland genauso. Da liegen drei Tage zwischen Halbfinale und Finale, aber die brauchen die Mannschaften auch. Denn das ist die Reisezeit zwischen den einzelnen Spielorten. Per Flugzeug! Was da an Sprit verbraten werden wird, ist unfassbar. Aber mit ein wenig Schmiergeld sind solche Bedenken einfach vergessen.
„Umweltschutz? Egal, ich hab’ ne neue Rolex!“
Insgesamt ist mir Korruption in einer Sportvereinigung ja egal. Aber hier werden Gesetze gebrochen und vor allem wird von Staaten Einfluss genommen. Am Ende wird man nicht einschreiten können. Denn irgendwie lebt die Fifa zwischen der Schweiz und anderen Ländern in einer Art rechtsfreien Raum, die müssten sich selbst bestrafen, und dazu sind der Blatter und seine Bande ja nun offensichtlich nicht bereit.
Also wird es so weitergehen da im Fußball. Keine Technik, es geht zwar um viel Geld, aber Fehler gehören dazu, auch wenn es Menschen unberechtigt Millionen kostet. *kopfschüttel* Und Funktionär hat eben am meisten davon.
Am Ende wird es eben so sein: Wer Spiele gewinnen will, muss mehr zahlen!


Das zweite Thema hat nicht direkt mit uns zu tun.

Eher mit den USA. Aber wir schauen ja auch mal über den großen Teich, um uns anzusehen, was da so passiert. Zu Wikileaks kommt allerdings erst später mal was, heute geht es um Entertainment.
Da ist doch ein gewisser Cee-Lo Green (auch bekannt als Sänger der Gruppe Gnarls Barkley) für vier Grammys nominiert. An sich noch keine Nachricht, soll er doch. Allerdings ist er nominiert für den Song „Fuck You!“ und der ist nun explizit nicht Fernsehtauglich in den USA, da man dort Fuck nicht im Fernsehen sagen darf, vor allem nicht bei dem Sender, der damals schon für den Superbowl faux-pas mit Janet Jackson verantwortlich zeichnete.
Und da wird in den USA jetzt drüber geredet. Warum man denn überhaupt den Song nominiert hätte, obwohl er doch in „bad language“ geschrieben ist. Wie man so was überhaupt honorieren könne. Und da kommt dann meine Frage:
Was ist eigentlich aus dem hohen Gut der Meinungs- und Redefreiheit in den USA geworden? Gerade in der Kunst sollte so etwas doch erlaubt sein, oder? Ich meine, dieses verzweifelte schützen der Kinder vor etwas, das sowieso immer vorhanden sein wird, und an sich doch keinen Schaden anrichtet, ist bigot, genauso wie manch anderes Verhalten, das heutzutage im Kinder- und Jugendschutz, auch bei uns, an den Tag gelegt wird.
Lasst ihn doch reden. Zeigt halt, was er sagt, und werdet hinterher als Eltern eurem Erziehungsauftrag gerecht und erklärt, warum man dieses Wort besser nicht in der Öffentlichkeit benutzen sollte. Alles geklärt. Stattdessen werden da Pläne für seinen Auftritt geschmiedet, der Zensor wärmt schon Finger auf, mit dem er das berühmte Piepen einblenden wird und jeder wartet auf einen Ausrutscher, um dann im Zweifelsfalle den Sender zu verklagen wegen was-weiß-denn-ich, wofür man in den USA da alles Klage führen kann.
Dabei gibt es in Wahrheit kein Problem. Denn obwohl die Jury ganz eindeutig das explizite Original nominiert hat, wird der Künstler wohl die von ihm schon veröffentlichte Radioversion vortragen.
Die dann allerdings „Forget You“ heißt.

Als ob nicht jeder anhand des Textes wüsste, was er in Wahrheit sagen will. Vor allem die Jugendlichen, die das Wort ja auch längst von den Eltern gelernt haben…


Letztes Thema für heute:

Die Kirche. Da erlaubt der Papst doch wirklich die Benutzung von Kondomen. Obwohl, halt. Er hat da was von „Umständen“ und „in besonderen Ausnahmefällen“ oder so, gesagt.
Und wisst Ihr was? Ich finde das gut. Lange wurde der Standpunkt der Kirche zu Kondomen zu Recht kritisiert, und jetzt haben sie eine Lösung gefunden, die irgendwie für alle gut ist. Zur Krankheitsprävention sind Kondome erlaubt. Natürlich sonst nicht, denn auf Verhütung steht die Kirche immer noch nicht. Und so hat man einen Weg gefunden, das eine zu erlauben, oder das andere gleich mit zu legitimieren. Jetzt müssten doch alle glücklich sein, oder?
Stattdessen wird weiter draufgeschlagen, als ob’s kein Morgen gäbe. Gebt den Leuten eine Chance. Die können nicht einfach 2000 Jahre Tradition einfach so über den Haufen schmeißen. Auch die brauchen Zeit.
Wobei ich ja finde, allzu viel anzupassen braucht sich die Kirche gar nicht. Man kann sich auch kaputt reformieren. Immer nur alle Kundenwünsche zu erfüllen, ohne dabei an die eigene Integrität zu denken, hat schon ganze Weltkonzerne ruiniert. Das ist nicht immer hilfreich. Wir leben in einer Zeit, wo immer jeder mitbestimmen will, aber das wäre nicht gut für eine Institution wie die Kirche, gerade auch die katholische. Denn dann würden sie ihre Hauptklientel, die alten Leute, verlieren. Und dann hat man eine sehr flexible (im Sinne von kommen mal, oder auch nicht) Anhängerschaft, dann kann man sich auch gleich selbst abschaffen.
Nein, Kirche ist Tradition, und dann müssen die Traditionen auch bleiben. In unserer schnelllebigen Zeit brauchen die Menschen einen Anker, Dinge, die einfach so sind. Und das sind der sonntägliche Kirchenbesuch, der Pfarrer und die klaren moralischen Vorgaben. Die Feste und die Bibel. Klar sollte die Kirche dann auch in allen Teilen die von ihnen gestellten Vorgaben erfüllen (Finger weg von kleinen Jungs!), aber das hat nichts mit einer Änderung der traditionellen Grundlagen zu tun.
Versteht mich nicht falsch, ich selbst halte wenig von einer institutionalisierten Kirche. Aber für die Gesellschaft und für viele Leute ist sie notwendig und sollte auch bleiben. Und nur weil die Welt heute iPhone und morgen Android cool findet, muss die Kirche nicht auch alle 2 Tage ihre Ansichten und Regeln ändern.
Anpassen mit der Zeit, ja. Aber bitte mit Bedacht und Ruhe.

Bis Denn dann, Euer Teardrop.

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Über thundla
Arzt und Querdenker.

2 Responses to Die Fifa, die Freiheit und die Kirche

  1. Gerade bin ich ganz zufällig auf Dein Blog gestoßen. Und weißt Du, wie? Als ich zufällig im Dashboard meines eigenen Blogs auf „site subscriptions“ gestoßen war, herausfand, was das eigentlich ist, beschloss, einen Button dafür auch auf meinem Blog einzurichten und diesen Button dann testete. Ich abonnierte mich also selbst und gelangte darüber in die Verwaltung meiner abonnierten Blogs. Dort stellte ich dann Folgendes fest:

    Ich HATTE bereits ein paar Blogs abonniert! Daruner Deinen! Nur – aus irgendeinem Grund stand der Default dafür, wie häufig ich denn nun in meinem Abonnement über Updates unterrichtet werden wollte auf NIE. Effektiv hatte ich also noch gar keine Blogs abonniert!

    So etwas Blödes also… Die übrigen Blogs habe ich zusätzlich noch in meinen Lesezeichen, so dass ich sie gelegentlich aufrufe. Bei Dir allerdings hatte ich offensichtlich gerade dieses subscription feature entdeckt und mir gedacht: Prima, da werde ich ja über alle neuen Einträge informiert; da muss ich ja gar nicht mehr selbst dran denken nachzusehen, ob es etwas Neues gibt!

    Und so geriet Dein Blog, das ich extra abonniert hatte, bei mir wieder in Vergessenheit, bis ich es heute wiederentdeckte. Man verlässt sich viel zu viel auf Technik, die man gar nicht richtig versteht… Jetzt bist Du jedenfalls auch in meinen Lesezeichen.

    Zwei allgemeine Anmerkungen: Einmal hat dieser Kommentar hier nichts mit dem Thema, unter dem er steht zu tun. Das tut mir Leid, aber ich hatte keine andere Möglichkeit ihn unterzubringen! Du bräuchtest eine Art Gästebuch für solche allgemeinen Kommentare (eine Kommentarfunktion bei Deiner „About“-Seite würde wohl bereits ausreichen). Zum anderen verstehe ich den Unterschied zwischen „Meinung“ und „Ansichten“ nicht so recht. Versehentlich doppelt gemoppelt, oder verbirgt sich dahinter eine tiefere Bedeutung?

    • Teardrop says:

      Kin Problem, unter about will ich keine Kommentare haben, wenn hier Sachen außer der Reihe stehen ist das gar nicht schlimm.
      Und Ansichten und Meinungen sind schon etwas redundant, da hast Du recht. Aber Ansichten sind mehr allgemein gefasst, Meinungen habe ich länger drüber nachgedacht. So in etwa.

      Schönen Gruß, Teardrop.

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