Generationenkonflikt, oder Meinungsverschiedenheit, oder eher Unterschied, oder so… Dude!


Was will er denn jetzt damit?

Keine Ahnung. Mir kam das Thema in den Sinn, und ich dachte, sag’ ich kurz was dazu.

Unsere (meine) Eltern gehörten mehr oder weniger zur Generation der alt-68er. Ihr wisst schon, Studentenproteste, Kampf um die Freiheit und gegen den Kapitalismus. Viele von denen rebellierten gegen das System, ihre Eltern waren brave Arbeiter und versuchten verzweifelt, mehr zu haben. Mehr Geld, mehr Luxus, mehr Sicherheit. Das schränkte das Leben der Eltern gewaltig ein. Wenig Freizeit, viel „Spießertum“. Davon wollte sich die studentische Jugend lösen.

Schauen wir doch mal, was daraus geworden ist?
Genau: Angepasste Leute, die arbeiten, und ihren Kindern (uns) eine gute Zukunft hinterlassen haben. Finanzielle Sicherheit, eine gute Ausbildung und moralische Werte wurden vermittelt. Was blieb für sie dabei auf der Strecke? Richtig. Die Freizeit, das eigene Leben, im Sinne einer Verwirklichung der eigenen Interessen, die über ein dickes Auto hinausgehen. Am Ende wurde aus unseren Eltern das, wogegen sie noch vor Jahren protestiert hatten. Aber: Sie waren erfolgreicher als die Eltern (ich verallgemeinere. Nicht jeder natürlich. Aber die meisten!). Mehr Luxus, weniger Arbeitszeit, dafür mehr Druck auf der Arbeit, weil mehr Arbeitslosigkeit und mehr Gefahr, den Besitzstand den man hat, wieder zu verlieren. Das hatte deren Elterngeneration eben noch nicht. Da hatte man Angst vor einem Rückfall in schlechte Zeiten und wollte vorwärts, unsere Eltern wollten sich auch verbessern, aber vor allem wollten Sie nicht rückwärts.
Und wir? Wir sind mit allem erdenklichen Luxus aufgewachsen, haben eine mehr oder weniger gute Bildung genossen, hatten Fernsehen und Internet, Playstation und Freizeit.
Und genau da liegt die Krux: Wir haben deshalb eine andere Einstellung:
Wir wollen Freizeit. Wir wollen Entertainment. Wir wollen unser Leben nicht wie unsere Eltern nur mit arbeiten verbringen. Und wir haben alle nicht das Gefühl, wir könnten unsere Eltern, was die Entwicklung unseres Einkommens und des Besitzstandes angeht, übertrumpfen. Und das hat uns Ehrgeiz gekostet. Und den vermissen die älteren Herrschaften jetzt. „Warum wollen die alle nicht so schnell vorankommen wie wir?“ „Warum sind die mit dem zufrieden, was sie haben?“ Alles Fragen der älteren Generation. Genauso die Frage nach „Allgemeinbildung“. Früher wollte man viel wissen, weil das eben einen Vorsprung darstellte. Im Zeitalter des Internet stimmt das nicht. Also haben viele das einfach aufgegeben. Das Windows Benutzerhandbuch muss reichen an Bildung.

Aber ich habe da einen großen Teil der Bevölkerung vergessen. Nämlich die, deren Eltern wenig bis gar nichts hatten, weil sie eben arbeitslos waren oder sind. Dieser Gruppe fehlt es aber leider auch an Ehrgeiz. Denn die haben die Hoffnung verloren, da wirklich rauskommen zu können. Auf der einen Seite geht das Leben für die auch immer weiter, man hungert nicht, man hat auch alle erdenklichen Annehmlichkeiten, aber wirklich rauskommen zu können, dieses Gefühl fehlt den meisten, leider wohl auch mit Recht. Denn diese Menschen haben keine Bildung nebenher genossen, haben keine gute Ausbildung und wurden mit anderen Wertevorstellungen erzogen. Die sind nicht wenig ehrgeizig, weil sie alles haben und keine Verlustängste kennen, nein, dort mangelt es an Elan, weil die Zukunftsaussichten zu düster sind, ob nun nur gefühlt oder tatsächlich. Man findet sich mit dem Schicksal ab.

Wir steuern also auf eine Gesellschaft zu, die aus Leuten besteht, die so weitermachen wie bisher, ohne wirklich besser sein zu wollen, und aus denen, die sich mit ihrer schlechten Situation abgefunden haben. Überspitzt ausgedrückt. Und immer mit Ausnahmen von der Regel.
Dazwischen gibt es die, die schmarotzen. Und ich meine nicht die, die am unteren Ende leben. Nein, die oben meine ich viel mehr. Die das System aussaugen, die betrügen um sich zu bereichern. Weil es so einfach ist. Weil es so wenig Konsequenzen hat, dass sich nur wenige darum scheren. Denn unser System ist dank unserer Eltern so stark und stabil geworden, dass es sogar die letzten 12 Jahre Regierungen überstanden hat, ohne zusammenzubrechen. Es darbt an allen Ecken, aber es ist stark. Und den Ehrgeiz und die Kraft, da etwas zu ändern, damit es auch in Zukunft so stark bleibt, die fehlt. Da der fehlende Ehrgeiz der meisten mittlerweile auch noch von Egoismus geprägt wird. Jeder achtet auf sich selbst, nimmt seine Möglichkeiten wahr, seine Freizeit in Anspruch, aber etwas für alle zu tun…

Ich denke ja, das Ganze wird irgendwann zu einem bösen Erwachen führen, wahrscheinlich auch, wenn es zu spät ist. Denn die Paar, die sich bemühen wollen, die werden von der gelangweilten Masse so gründlich demoralisiert, dass sie irgendwann auch aufgeben werden. Eine Lösung für dieses Problem habe ich übrigens nicht. Höchstens den Appell an alle von uns, doch bitte am Ball zu bleiben, auch wenn’s schwer fällt. Wenigsten ein bisschen.

Bis Denn dann, Euer Teardrop.


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Über thundla
Arzt und Querdenker.

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